Haartransplantationen
Seit über einem halben Jahrhundert arbeitet die internationale Wissenschaft an operativen Methoden, Haarverlust durch Eigenhaartransplantationen auszugleichen. Ob Stress, Verbrennungen, Tumorerkrankungen oder genetische Veranlagung zur Glatzenbildung geführt haben: Haartransplantationen sind nach Ansicht vieler Fachleute die im Ergebnis natürlichste, aber auch komplizierteste und zeitaufwändigste Lösung. Ob erst eine Ausdünnung der Haare im Stirn- und Oberkopfbereich deutlich sichtbar ist. bereits größere Kahlstellen vorhanden sind oder eine bis auf einen Resthaarkranz vollständige Glatze das Problem darstellt: Haartransplantationen sind grundsätzlich in jedem Stadium möglich. In Deutschland werden diese operativen Verfahren zurzeit von etwa 15 anerkannten Experten vorgenommen.
Parallel zu der Haartransplantation wird in den meisten Fällen eine medikamentöse Behandlung durchgeführt. Bei den meisten Patienten bleibt auch bei ansonsten totalem Haarausfall ein mehr oder weniger ausgeprägter Haarkranz am Hinterkopf und den Schläfen besteht. Entnimmt man für Haartransplantationen aus diesem Bereich Haarwurzeln, so nehmen diese ihre genetische Programmierung mit. Sie “wissen”, dass sie nicht für den Ausfall bestimmt sind, sondern für normales Wachstum. Unabhängig davon, wohin diese Wurzeln transplantiert werden, wachsen sie. Dank ihrer Spenderdominanz können diese Wurzeln auch nach der Haartransplantation am neuen “Standort” dauerhaft Haare produzieren.
Das Verfahren: Der Plastische Chirurg entnimmt aus dem Bereich des Haarkranzes den größten zusammenhängenden Hautlappen mit Haaren. Pro Quadratzentimer befinden sich rund 150 bis 250 Haare mit ihren Haarwurzeln, bei 30 Quadratzentimetern Fläche stehen also etwa 4000 bis 5000 Haare zur Transplantation zur Verfügung. Diese Transplantate werden in mikroskopisch-chirurgischer Technik in winzige Einheiten zerschnitten.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Haartransplantation ist, dass diese Haarwurzeleinheiten in ihrer Struktur intakt erhalten bleiben. Wurden in vergangenen Jahren bei Haartransplantationen vor allem Stanztechniken verwendet, um die Haarwurzeleinheiten in die Kopfhaut zu verpflanzen, praktiziert man heute lieber die Slit-Technik – Haartransplantation in Micro-Schlitze. Neue Instrumente und die Oberflächenvergrößerung durch Unterspritzung der entsprechenden Bezirke ermöglich bei dieser Haartransplantation eine außergewöhnliche Dichte der einzelnen Transplantate, so dass die Haare gleichmäßig angeordnet werden können und so auch weiter wachsen.
Rund 5000 Haare kann ein vierköpfiges Operationsteam in einer fünfstündigen Operation verpflanzen. Etwa zwei Monate nach der Haartransplantation beginnen die Haare an der neuen Stelle zu wachsen. Experten empfehlen, dass die Patienten darauf achten, dass der betreuende Facharzt die Haartransplantation selbst vornimmt und sie vorher über die Risiken der Haartransplantation wie Gewebeabstossung sowie über die Kosten informiert.
Die deutsche Vereinigung der ästhetisch-plastischen Chirurgen warnt vor Billigangeboten in Sachen Haartransplantation vor allem im Ausland, da dort die Nachsorge nach der eigentlich Haartransplantation nicht immer garantiert sei.
Schneller, schmerzloser und ohne OP-Risiken sind Haarersatz-Lösungen, die optisch von dem Ergebnis einer geglückten Haartransplantation nicht zu unterscheiden sind: Bei der so genannten Haar-Haut-Technik werden zum Beispiel echte Haare auf einer unsichtbaren Mikrobasis durch eine in der Plastischen Chirurgie entwickelten Emulsion dauerhaft mit der Kopfhaut und dem umgebenden Resthaar verbunden.
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